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  Simone Fleck mischt das Cabaret Queue auf!

 

 

 

An einem Freitag war ich abends in Dortmund und konnte im Stadtteil Hörde, in der Hermannstraße, einen Auftritt der netten Kabarettistin Simone Fleck sehen. Diese nette Dame unterhielt das Publikum im Hinterraum des Cabaret Queue, ein Restaurant mit Kabarett-Bühne, welches dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum feierte. Hier treten regelmäßig berühmte Kabarettisten auf, wie etwa Bill Mockridge, bekannt aus der Lindenstraße.

 

Aber zurück zu Simone Fleck: Ihre Lieblingsfigur ist eine ältere Dame namens Wally, die lieber Bungee-Jumping macht, als ins Altersheim zu gehen. Aber auch die Probleme zwischen Männer und Frauen, zwischen Hündchen und ihren Frauchen und andere tägliche Begebenheiten konnte die gebürtige Bremerhavenerin, die sich auf der Bühne öfters umkleidete, gut ins Lächerliche ziehen. Resümee: eine gelungene Show, die viele zum Lachen brachte und auch zum Nachdenken anregte.

 

www.CabaretQueue.de und www.simonefleck.de

 
 

 
Momente aus meinem Leben
Von Joachim Franz
  

Meine ersten Erinnerungen an das Jahr 1941: Das Schlafzimmer ist abgedunkelt. Ich und mein Bruder, zwei Jahre jünger als ich, haben Masern. Da musste man den ganzen Tag im Bett liegen. Von außen kam das Tageslicht durch einen kleinen Spalt an die Zimmerdecke. Das Interessante war nun, dass es kleine Lichtflecke außen  vorübergehender Personen schemenhaft widerspiegelte, und zwar auf dem Kopf gehend.

Auch eine Szene kommt mir ins Gedächtnis, wo ich mit anderen mir total unbekannten Kleinkindern in dem Sandkasten hinter dem Haus spiele, unter der Obhut der Mutter. Als mein Vater, der Ingenieur war, die Sprengung eines alten Fabrikschornsteins überwachte, war ich vor Ort dabei. Einmal machte  die ganze Familie mit Großmutter Elizabeth, auch abgekürzt Elli genannt, einen weiten Ausflug zu einem bewaldeten Höhenzug. Wir hofften, dort Heidelbeeren zu finden. Ich weiß noch, wie uns der Weg zu den erwünschter Heidelbeeren zu weit erschien und wir zu meinem großen Bedauern die Suche nach den Beeren aufgaben.

  

Ein anderes Mal staunte ich, wie mein Vater mehr recht als schlecht Geige spielen lernen wollte. Er schwitzte auch, gemeint im übertragenen Sinne, bei der Vorbereitung eines Referates, das er vor dem Technischen Hilfswerk halten sollte. Einmal wollten mein Bruder und ich Vater einen Streich spielen. Am Nachmittag spannten wir eine dreißig Meter lange Schnur kreuz und quer über den Gang zu seiner Doppelbetthälfte, so dass, wie wir meinten, er an diesem Tag nicht schlafen könnte. Zu unserer Verblüffung lachte er nur, sprang von hinten auf seine Betthälfte und  ließ uns baff daneben stehen.

 

In meinem Fotoalbum befindet sich ein Schwarzweißbild, das mich mit einem übergroßen selbstgebastelten Drachen zeigt. Dabei habe ich ein flottes Hütchen auf dem Kopf. Auf einer Bahnfahrt zurück vom Häuschen der Großeltern vergaß Vater den teuren Fotoapparat. Ob wir ihn wiederbekamen, weiß ich nicht. 

 

Schöne Erinnerungen an eine Spielzeugeisenbahn, auch in Fotos festgehalten, habe ich auch an Weihnachten. Ich bekam eine Spielzeugeisenbahn geschenkt und ließ den ganzen Abend den ug mit den drei Waggons im Kreise herumfahren.

 

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Einmal hatte unser Vater aus dünnem Bastelholz ein Vogelhäuschen gebastelt. Es hatte sogar Fenster, die anstatt Glas durchsichtiges Papier hatten. Aus dem Schornstein trat, anstatt Rauch, weiße Watte. Am nächsten Morgen, Vater war im Dienst, wollten mein Bruder und ich, dass unsere Mutter unbedingt das Vogelhäuschen außen am Fenster anbrachte.

 

Mutter fiel das Vogelhäuschen aus den Händen. Es zerschellte zehn Meter tiefer auf dem Boden. Noch heute, 73 Jahre danach, bin ich auf meine Mutter darüber böse.

 

Ich erinnere mich auch sehr deutlich an eine Enttäuschung, die meine Großmutter bei mir auslöste. Sie machte mir den Vorwurf, im Garten das Stroh aus dem Sack, der als Matratze diente, verbrannt zu haben. Ihr Argument war, das Stroh müsse im Garten untergegraben werden, damit der Boden locker und damit fruchtbarer sei. Den Vorwurf wiederholte sie während eines ganzen Jahres des Öfteren.

 

3       

 

Ich war 12 Jahre alt. Nach der Schule trafen wir uns immer vor dem kleinen Dorfbahnhof. Die einzige Angestellte war eine schlanke, weißhaarige Witwe mit ihrer wunderschönen Tochter Hedwig. Edgar, der Vorlauteste unserer Gruppe, der wie wir alle Freund von Hedwig werden wollte, gab uns freizügig Ratschläge, wie man Frauen für sich gewinnen kann. Edgar teilte uns Staunenden mit, das Allerwichtigste sei, einen Strauß Blumen, auch selbst gepflückte, zu überreichen. Wir staunten nicht schlecht. Ob wir damals gleich begannen, auf der nahen Wiese Blumen zu pflücken, weiß ich nicht mehr. Bald kehrte Edgar mit seinen Eltern nach Frankfurt zurück, wo die Familie ausgebombt gewesen war. Jetzt konnten wir von Edgar keine weiteren Ratschläge zur Gewinnung von Kontakten zum weiblichen Geschlecht erhalten.

 

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Im April 1945 erlebte ich in der Schule die erste Diskriminierung. Am erste Schultag - wir waren von unserem Heimatort in Schlesien mit einem Rotkreuzzug nach Österreich in die Kleinstadt Sierning evakuiert worden - stürmten wir in den Klassenraum. Mit einem Freund ließ ich mich in der ersten Bankreihe nieder. Dann kam die Lehrerin. Spitz erklärte sie zu uns gewandt, wir seien keine  Österreicher und würden doch bald nach Deutschland abtransportiert werden; so sollten wir auf der letzten Bank unseren Platz einnehmen. Was wir dann auch ziemlich betröppelt taten.

 

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Meine Tochter Inge fasst das Urteil über ihren Vater zusammen:

 

Er hatte mich gern und beschäftigte sich mit mir. Wir sind manchmal sonntags zusammen zum Seniorenheim gelaufen, des etwa 200 Meter von unserer Wohnung entfernt war. Mein Vater sagte mir, dass hier alte Menschen leben; ich dachte mir, dass diese Leute wie im Gefängnis leben würden. Es wirkte irgendwie bedrückend.

 

Als wir einmal zusammen per Anhalter nach Frankreich fuhren, erlebte ich meinen Vater als beschützenden Held, der sehr abenteuerlich war.

 

A propos: Weidesheim in Frankreich. Mit Sohn Berthold, der damals fünf Jahre alt war, fuhr ich an einem Junitag zur Inbesitznahme des kleinen Bauernhauses, das achtzig D-Mark pro Monat kostete, zu dem Weiler Weidesheim, einem so genannten „Annexe“ vom Dorf Kalhausen. Ich erinnere mich: Berthold wollte überhaupt nicht einschlafen; er fürchtete, dass das Jahrhunderte alte Haus über uns einstürzen würde. Das war im Juni 1965. Im selben Jahr machte ich die bedeutungsvolle Bekanntschaft des heutigen Milliardärs Claus Wisser, damals Student.  

 

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Im Januar oder Februar 1945 musste unsere Familie ohne  den Vater unseren Heimatort in Schlesien verlassen ,  weil wir vor der siegreich anrückenden sowyetischen Armee evakuiert wurden.

Wir sollten in einer achttätigen Fahrt mit einem Rot-Kreuz-Zug in Östereich ankommen. Mein Bruder und ich fassten diese eigentlich traurige Reise, die uns nie mehr zurückführen sollte, als lustiges Erlebnis auf. Wir tollten über die dreistöckigen Betten und freuten uns über die Essensausgabe, meistens Nudelsuppe mit Fleischeinlage, die ein invalider Soldat, Onkel Kurt mit viel Humor vornahm.

Von der Reise habe ich noch zwei Eindrücke im Kopf :
Truppentransporter vorrang hätten.
Zum anderen habe ich bis Heute ein bombardiertes Haus, mein erstes vor Augen.
Es war bei Sankt Pölten

 

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Im Oberhessischen Dorf Ober-Bessingen, in das es uns nach 1945 verschlug, erlebte ich die Transformation eines SS-Manns zum Gärtner.
Die Kleinbauernfamilie Rinker, in deren Wohnzimmer wir einige Wochen eingewiesen, freute sich riesig , wie Eltern sich freuen, wenn der verloren geglaubte Sohn aus dem Krieg zurückkehrt. Der Sohn war ein wahrer Hühne im berüchtigten SS-Mass.
Er war nach drei Jahren aus der amerikanische Kriegsgefangenschaft entlassen worden.
Nach ein paar Wochen sah man ihn mit einem Handwagen voller Werkzeuge zu einem Wiesenstück, drei Fussballfelder gross zockelte, das gegenüber dem Bach von unserem Gartenstück lag. Er teilte das Wiesenstück mit Draht ab und begann es zu bearbeiten.
Wäre Rinker junior doch nur immer Gärtner gewesen.

 

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Mein Opa mutterlicherseits war Uhrmacher mit einem kleinen Geschäft in seinem Wohnhaus in dem Dorf Witgendorf nahe Waldenburg  in Schlesien.
Mit fünf Jahren schenke er mir einen Uhrenkataloge. Ich machte das Ausschneiden der verschiedenen Uhrentypen zu meinem Geschäft.

Eine Ausgeschnittene kuckucks Uhr war mit zwanzig Pfennig am teuresten, weil das Ausschneiden mit der meisten Arbeit verbunden war. Eine ausgeschnittene Taschenuhr verkaufte ich schon für fünf Pfennig.

Sehr oft nervte ich Vater, Mutter und die Großeltern mit meinen Verkaufs geschprächen.

 

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1964 lernte ich Claus Wisser, damals 22 Jahre alt ,kennen. Beim Studentenschnelldienst suchte ich jemanden, der eine GmbH-Bilanz aufstellen konnte. Per Anhalter kam nach Frankfurt-Sossenheim zu meiner Wohnung Claus Wisser. Schnell hatte er die Schlussbilanz für die stillgelegte Firma, die ich im Auftrag des Bundestagabgeordnete Hans Matthöfer für die Herstellung von Tonbildschauen gegründet hatte, aufgestellt.Dann übernahm er für meine Plakataushangfirma einige Aufträge, Plakate in Einzelhandelgeschäfte zu bringen.Auf mein Werben brachte er sich in die Arbeit der frankfurter Jungsozialisten ein. Einmal fuhr er und ich nach Paris, um für eine Jungsozialisten-Reise 80 Hotelbetten zu reservieren.Wisser erzählte von seinen Bemühungen mit einem Teppichklopfdienst, der mit Studenten funktionieren sollte, eine selbständigen Gelderwerb zu begründen.
Mit Hinweis auf die Mehrwertslehre von Karl Marx bestärkte ich Wisser selbständig zu werden.Wir vereinbarten sogar Partner in eineme Rinigungsunternehmen zu werden . Die Zusammenarbeit, kaum vereinbart, wurde aber bald wieder aufgegeben. Ich zögerte die 1500 DM Gäschäftseinlage zu leisten. Außerdem musste er mir vorwerfen, Aushänge, mit denen Putzkräfte gesucht werden sollten, nicht in Kiosken ausgehängt zu haben. Einmal hatte ich selbst in einem Zementtransportbüro im Osthafen mit ihm geputzt.
Nach 50 Jahren sehen wir uns ab und zu freundschaftlich und tauschen Weihnachtsgeschänke aus.Claus Wisser wird mittlerweile in der Forbes-Liste der reichen Deutschen auf Platz 101 mit 0,6 Milliardem Vermögen geführt.

 

 

 

             

Joachim Franz
Herausgeber
ZEILSHEIMER ANZEIGER
In den Unterwiesen 26 B
65830 Kriftel
E-Mail: joachim.franzza@gmx.de
Telefon: 06192/910660
 

 

Musikmesse 2015

 

Ein Highlight der Musikmesse war der Auftritt des weltberühmten Schlagzeugers Simon Phillips, der zuletzt bei TOTO mitspielte, im AGORA-Zelt in der Mitte des Messegeländes stattfand. Ein weiterer Hingucker war die Ausstellung des Fotografen Neal Preston, der in der Halle 4.1 seine Fotos der Rockgrößen aus den Siebziger Jahren wie etwa The Who, Frank Zappa und Jimi Hendrix ausstellte. Wir kamen mit ihm ins Gespräch und er meinte: “Ich fühle mich so jung wie mit 24!” Offensichtliche Lebensfreude sprach aus diesen Worten.

Auf unserem Streifzug über die Messe machten wir auch die Bekanntschaft des Sohns des Messedirektors Lücke, der noch Student im Bereich Medien-Design ist. Er stellte sich als Befürworter des Siebziger-Jahre-Lebensstils heraus.

Die Atmosphäre war entspannt und locker, und man konnte die zahlreichen Musikinstrumente ausprobieren. Man fühlte sich nicht wie ein Messebesucher, sondern wie ein gern gesehener Gast.

Ein Besuch auf der Musikmesse ist ein unvergessliches Erlebnis!

Christoph Hee / Viviane Franz

 

 


 

Götz Alsmann in der Alten Oper

 

 Fotos: Fred Gasch

 

Verlieren und fallen lassen konnte man sich an diesem Abend ganz sicher, die Musik war einfach gigantisch. Herr Alsmann hat zwischen den Liedern immer wieder Geschichten aus Amerika und seinem Aufenthalt zum besten gegeben. Aber der brillante Musiker kam nicht so spritzig und witzig rüber, wie man ihn aus der Sendung "Zimmer Frei" kennt.

 

 

 Fotos: Fred Gasch

 

Seine Kritik an Dieter Bohlen, der sich zum Musikbusiness-Gott aufspielt und seine Nachwuchstalente auf übelste Weise demotiviert, war jedenfalls gelungen. Leider ging der Musik-Abend viel zu schnell vorüber, es bleibt seine Unerschrockenheit und Wortgewandtheit in Erinnerung.

 

Text: Fred Gasch / Inge Franz

 


 

  

In Rente – und was nun?

Vorzeigbare Beispiele – gesammelt von jungen Autoren

von Karl-Heinz Stier

 

 

(20.09.12) Von den einen als neue Herausforderung und Chance, von den anderen als Gefahr, Problem oder gar als Krise erlebt: Das Ende der Berufstätigkeit – der eigenen wie der des Partners – bedeutet in jedem Fall eine Veränderung, eine Zäsur im Lebenslauf. Eine Frage, die viele Menschen in dieser Situation beschäftigt: “Was tue ich, wenn ich nichts mehr bin?“ 16 Männer, Frauen und Paare – der jüngste 6o, der älteste 97 Jahre – erzählen ihre Geschichten und gewähren einen spannenden wie unterhaltsamen Einblick in ihren UnRuhestand.

 

Das Buch gleichen Namens zeigt Möglichkeiten auf, warum manches nicht so zu sein braucht. „Unruhestand“ nennt Beispiele, wie es auch anders gehen kann. Freilich gehört dazu meist körperliche Unversehrtheit und gesundheitliche Fitness, Unternehmungsgeist und vor allem, dass man seine restliche Zeit im Arbeitsprozess dazu nutzt, sich auf neue Aktivitäten vorzubereiten – sei es, dass man sein Hobby ausbaut, frühere Wünsche zu realisieren versucht oder Aufgaben übernimmt, die einem unverhofft zufliegen. Die Portraits zeigen anhand ganz unterschiedlicher Biographien, wie individuell UnRuhestand sein kann.


Da ist eine Frau aus Frankfurt, die bei einer kommunalen Behörde tätig war und dann eine eigene Internet-Zeitung ins Leben rief, der Geschäftsführer eines der großen Weingüter im Rheingau, der mit der Marke eines Mineralbrunnens die Geheimnisse des Zusammenspiels beim Genuss von Wasser und Wein entschlüsselt. Da ist ein Ehepaar aus Naurod bei Wesbaden, er Ingenieur und sie Fotografin, die es nach Afrika verschlagen hat, wo sie Tierfilme für deutsche und ausländische Fernsehsender produzieren.

 

Nun sind das – zugegeben – Ausnahmen. Aber Ausnahmen bestätigen oft die Regel, wenn man den einen oder anderen zum Vorbild nimmt. Und: nicht erst mit 65 Jahren anfangen, die Spuren sollten früher gelegt werden – auch mit Hilfe von Familienmitgliedern, Ehepartnern oder Kindern. Mut, Ausdauer und Elan, vielleicht auch ein wenig Risiko gehören dazu.

 

Die Autoren Isabelle Stier, 34 Jahre aus Mühlheim, Diplom Mediensoziologin, freie Journalistin, Peter Podolski, 46 Jahre, Diplom-Kaufmann, freier Fotograf und Sebastian Zilch, 36 Jahre, Diplom Informatik-Betriebswirt stellen die These auf, dass die „Unruheständler“ auch Vorbild für die Jugend sein können, wenn man die Lebensgeschichte der Älteren nachempfindet, das Auf und Ab der gesellschaftlichen Ereignisse und das Schicksalhafte, das damit verbunden ist. Insofern sehen die Autoren ihr Buch auch als Dialogbereitschaft und Vermittlung zwischen den Generationen.

 

Die frühere Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr hat in ihrem Prolog zu diesem Buch einen Satz geprägt, der das Thema UnRuhestand nicht treffender skizzieren könnte: „Fange nie an aufzuhören und höre nie auf anzufangen“.

 

Das Buch, mit seinen 144 Seiten und vielen Abbildungen ist in einer Auflage von 2000 Exemplaren im ConCon-Verlag, Hanau erschienen (Tel. 06181-177700, email: kontakt@concon-verlag.de).

 

Es trägt die ISBN-Nr. 978-3-86314-228-5 und kostet 16.80 Euro. Es kann in jeder Buchhandlung erworben oder hier direkt bestellt werden.

 

 


 

 

Die iranische Malerin Maryam Shojaie

von Inge Franz
 

Die richtigen Worte, um eine Malerin vorzustellen, kommen einem leichter aus der Feder an einem Ort, der 160-jährige Beziehungen zur Malerei heraufbeschwört. Wir saßen bei einem festlich-fürstlichen Lunch im vom Fernsehkoch Patrik Kimpel geleiteten Restaurant 'Kronenschlösschen' in Eltville-Hattenheim, um uns herum Genre-Bilder, mindestens hundert Jahre alt und in den vergangenen Jahrzehnten vertrauenserweckend nachgedunkelt.


Vom höflichen Ober erfuhren wir, dass das Schlösschen vor 160 Jahren von einem erfolgreichen Galeristen aus Frankfurt für seine Malergemeinde erbaut worden sei, um hier in romantischer Umgebung am Rheinufer die Künstler, deren Gemälde er in Frankfurt ausstellte, zur Höchstleistung anzuregen. Dazu: Der jetzige Besitzer des Nobelrestaurants ist sinnigerweise mit einer Galeristin aus der Frankfurter Feldbergstraße im Westend verheiratet.

 

                     Die Malerin Maryam Shojaie bei der Arbeit

Maryam Shojaie, die sich seit zehn Monaten der Malkunst zugewandt hat, war sichtlich beeindruckt von diesem genius loci. Vor vier Jahren kam sie, einer Telefonbekanntschaft folgend, von Vancouver/Kanada nach Deutschland in die Rhein-Main-Region. Alle ihre Bilder malt sie in Acryl. Bis jetzt hat sie etwa drei Dutzend Werke auf die Leinwand gebracht. Ohne Marketing-Betreuung, ohne Galeristen ist der Absatz ihrer Werke noch suboptimal. Bis jetzt konnte sie aber für etwa 600 Euro einige ihrer Bilder absetzen. Ein großes abstraktes Motiv, den Adler, das Wahrzeichen der Frankfurter Eintracht, und den riesigen Wasserfall und eine Stadtansicht von Niederbronn/Vogesen möchte ihr Lebensgefährte aber vor dem Verkauf bewahren.

 

Maryam Shojaie wurde 1953 in der heiligen Pilgerstadt Mashad im Iran geboren und als Lehrerin mit erster Stelle in einem romantischen Bergdorf ausgebildet. Mit dem Sturz des Schahs musste sie mit ihrem Ehemann, der Offizier war, aus ihrem Heimatland fliehen. Mit ihren drei Kindern gab es zunächst einen mehrmonatigen Zwischenaufenthalt in Griechenland. Die großzügige Einwanderungspolitik Kanadas ermöglichte ihr und ihrer Familie sehr bald, kanadische Staatsbürgerin zu werden.

 

Zwei Bilder der Malerin, ausgestellt in einem Restaurant

 

Zitat: „I don't know why, but when I started to paint, I started automatically with animals, especially birds,“ sagt sie. Anfang letzten Jahres brachten sie mit dem Bleistift spielerisch ausgeführte Kritzeleien, die gelobt wurden, auf den Gedanken, auch in Farbe zu malen. Ihre Umgebung bestärkte sie darin. Shojaies Bilder zeichnen sich durch die Freude am malerischen Sujet aus. Sie zeigen eine Begeisterung für farbliche Lebhaftigket und Mannigfaltigkeit.

Info: Maryam Shojaie, Frankfurt am Main, Telefon: 015202366593 www.lokalglobal.de/kultur

 

 

  



Drei Chinesen um die Welt

von Inge Franz

 

„... Ein Liter Vollmilch kostet bei Aldi, Edeka, Netto, Plus, Real und Rewe seit einigen Wochen nicht mehr 55 Cent, sondern 62 Cent. Die Preise von Quark und Joghurt blieben zum Beispiel bei Edeka bisher unverändert. "Aber auch da wird sich sicher noch etwas tun", sagte ein Edeka-Sprecher in Hamburg. Auch bei Käse seien Veränderungen möglich. Die Preise für Magerquark sind laut Rewe stabil.


Die Molkereien hatten mit den großen Handelsketten nach mehreren Jahren sinkender Milchpreise höhere Erzeugerpreise vereinbart. Dazu kommt nach Ansicht von Marktexperten eine gestiegene Nachfrage nach Milchpulver in Asien - vor allem China - und ein geringeres Angebot durch den zunehmenden Anbau von Pflanzen für Biodiesel.“ (www.fr-online.de)

 

Herr Meier (wie viel Kosten die Eier) schlug empört die Zeitung zusammen, nachdem er diese Nachricht Anfang August 2007 gelesen hatte. Er regte sich auf: „Es scheint, als würden die Chinesen uns die ganze Milch wegtrinken, deshalb müssen wir jetzt mehr berappen für Butter, Milch und bald wohl auch noch Quark und Joghurt! Können die nicht ihre verdammte Sojamilch trinken? Was soll das überhaupt? Wir gehen ja auch nicht nach China und nehmen denen ihren Reis weg, oder etwa doch? Fragend blickte er seine Frau Liese an.  „Naja, Reiner,“ sagte diese, „ich glaube, a bisserl scho“, und sie zwickte ihn neckisch in den Oberarm, „oder glaubst, der Reis, den wir letzten Donnerstag gesse ho, isch von Italien von de Po-Ebene?“ „Nö, aber die Po-Ebene is scho escht net schlecht!“, sagte er und zwickte sie neckisch in denselben. „Ajo, mir werden’sch jo sähe“, sagte seine Frau und entwand sich lachend seinem Zugriff, „schpätestens, wenn mer wiedä, wie im Krieg, für a Pfund Butter a Monat schaffe müscht’, donn säh mär jo, dasch die Chinese sich nur no vo Milchproduktä ernärä tuä“. Und sie ging in die Küche, um den Quarkauflauf, mit Sahne verfeinert, anzurichten. Zur selben Zeit in Südchina (Yunnan), in der Hauptstadt Kumming, vor einem Zeitungskiosk: Herr Meier, der Schwabe, hatte sich auf den Weg nach China gemacht, um mit eigenen Augen zu sehen, wie die Chinesen uns die Milch wegtrinken. Bisher – und er war schon zwei Wochen hier – hatte er noch keine Spuren von Milch trinkenden Chinesen gesehen. Aber: was er nicht wusste:

Es machten sich drei ziemlich arme Chinesen Gedanken über ihre Zukunft, über ihre Karriere und was sie überhaupt sie im Leben mal machen sollten, um an Geld zu kommen. Das waren: Dan Dum, der älteste (39), der immer sehr schweigsam war, aber stille Wasser sind bekanntlich tief, und er hatte es sich in den Kopf gesetzt, um Hing Shon (26) zu werben, in die er unheimlich doll verknallt war. Dann war da noch Bin Yung (23), der nur Karate und Karaoke im Kopf hatte und in Zukunft in dieser Richtung beruflich tätig zu werden.

 

Auch Dan Dum hatte gerade die Zeitung (mit chinesischen Schriftzeichen) zusammengeklappt und geseufzt. „Wil haben gal keine chinesischen Tladitionen mehl“, rief er resigniert. „Wählend meine Muttel Tag fül Tag in del Küche vom Wan-Tan-ge-Sund steht und nach alten chinesischen Lezepten kocht, wollen diese Modelnisten ungenießbale Kuhmilch ins Land holen und eulopäische Gelichte machen!“ Missmutig ließ er den Löffel sinken, den er eben noch in die Glasnudelsuppe getaucht hatte. „wenn das so weitel geht, gibt es nächstens bei Wan-Tan-Ge-Sund nul noch Joghulteis, Peking-Ente in Sahnesoße, Walflossenchips mit Käse übelbacken odel sogal Shlimps in Buttelsoße“. Er lachte plötzlich so, dass ihm die Suppe aus dem Mund lief und sein schöner zitronengelber Kimono, den er zur Feier des Tages angezogen hatte, beinahe beschmutzt worden wäre. Aber dann hielt er inne: „Vielleicht“, sagte er, „könnte ich meine Kenntnisse der deutschen Splache“, und er machte ein ernstes Gesicht, „dazu velwenden, Leichtum in mein Land zu blingen. Mal sehen, ich habe 4 Semestel Gelmanistik an der Uni Hambulg studielt, dann noch 3 Semester Wiltschaft in Peking, und ich kann fließend Deutsch. Ich welde Hing Shon flagen, was sie davon hält, wenn wil nach Deutschland fahlen und Milch kaufen, um sie hiel für teules Geld zu velkaufen!“

Er machte gleich eine Rechnung auf: „100 Liter Milch à 49 Cent = 49,00 EUR (Einkauf), 100 Liter à 100 Cent = 100, 00 EUR (Verkauf), das sind bei 100 Litern genau 51 EUR Gewinn. Um die Reise zu finanzieren, würden sie 200 Liter Benzin benötigen (= 100 EUR, denn das Benzin kostet in China nur 50 Cent/l). Er rechnete damit, dass ihr Auto 4 Liter pro 100 km verbrauchen würde, und dass sie 10 000 km fahren würden, also würden sie 400 Liter Benzin benötigen, also 200 EUR. Sie würden also mindestens 1000 Liter Milch kaufen und würden damit 510 EUR verdienen, von einem Teil des Geldes würden sie die Rückreise finanzieren (510 – 200 EUR = 310 EUR), den Rest würden sie unter sich aufteilen und damit ihre neuen Geschäftsideen verfolgen. Essen würden sie ihren mitgebrachten Reis, und vielleicht könnten sie an den Gewässern einige Fische fangen, um auch mal was Frisches zu essen, und hier und da ein paar Früchte pflücken. Das war doch ein guter Plan, oder? Dass das alles eine Milchmädenrechnung war, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, und wenn man ehrlich ist, wollte er es auch nicht wissen, weil er voller Illusionen, Hoffnungen und Tatendrang war und sofort aufbrechen und sich durch nichts aufhalten lassen wollte. Aufgeregt ging er also zu Hing Shon, die er schon seit Jahren verehrte und anhimmelte. „Hing Shon – Hing Shon – da an dem Balken, da kamen die Falken, die taten sich balgen, wel sie als elster mitnehmen könnt, wel sie als elster mitnehmen könnt!“, scherzte er. Das war ein Witz, den er sich ausgedacht hatte, und den er nie müde war zu wiederholen in ihrer Gegenwart. Hing Shon sah ihn etwas müde und unbegeistert an. „Was ist, willst du mil wiedel ein chinesisches Gedicht aufsagen?“, fragte sie. „Nein, diesmal ist es viel ernster!“ (Hoffentlich will er mich nicht heiraten, hoffte sie). „Nein, diesmal geht’s um Geschäfte. Um elnste Geschäfte. Gloße bedeutende Geschäfte, viel Geld!“ „Was denn, willst du wiedel eine Hühnelfarm aufmachen und dann velenden alle Tiele an der Hühnelglippe? Odel willst du wiedel machen Geldtausch, und nach 2 Monaten stellst du fest, dass alle Eulo-Scheine, die du gekliegt hast, Falschgeld walen und musst 5 Jahle in Knast?“ Sie sah ihn fragend an. „Nein, nein, meine kleine süße Hing Shon, es geht um etwas ganz Neues: MILCH! Schon mal gehölt?“ „MILCH?“ schrie sie, „vellückt gewolden, odel was? Ich hab’ davon in den Kumming-News gelesen, „die wollen jetzt alle Milch tlinken, denken, sie kliegen Eiweiß davon, dabei ist doch Tofu unsele tladitionelle Esskultur“. „Ja, ich weiß“, erwiderte Dan Dum, „und Nüsse, Fleisch, Gemüse, all das ist wichtig, abel was willst du machen“ und er hob die Schultern, „alle Leute wollen jetzt Milch, also holen wir sie und verkaufen sie, ganz einfach!“.  

 

 

 

Musikmesse 2015

 

Ein Highlight der Musikmesse war der Auftritt des weltberühmten Schlagzeugers Simon Phillips, der zuletzt bei TOTO mitspielte, im AGORA-Zelt in der Mitte des Messegeländes stattfand. Ein weiterer Hingucker war die Ausstellung des Fotografen Neal Preston, der in der Halle 4.1 seine Fotos der Rockgrößen aus den Siebziger Jahren wie etwa The Who, Frank Zappa und Jimi Hendrix ausstellte. Wir kamen mit ihm ins Gespräch und er meinte: “Ich fühle mich so jung wie mit 24!” Offensichtliche Lebensfreude sprach aus diesen Worten.

Auf unserem Streifzug über die Messe machten wir auch die Bekanntschaft des Sohns des Messedirektors Lücke, der noch Student im Bereich Medien-Design ist. Er stellte sich als Befürworter des Siebziger-Jahre-Lebensstils heraus.

Die Atmosphäre war entspannt und locker, und man konnte die zahlreichen Musikinstrumente ausprobieren. Man fühlte sich nicht wie ein Messebesucher, sondern wie ein gern gesehener Gast.

Ein Besuch auf der Musikmesse ist ein unvergessliches Erlebnis!

 

Christoph Hee / Viviane Franz