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FAZ Watch:

heute zum Thema Toleranz 

 

In der FAZ vom Sonntag den 2. März 2008 diskutiert Innenminister Schäuble mit dem Schriftsteller Giordano über die angeblichen Gefahren der Islamisierung des Abendlandes.

Leider kommen sie in diesem Gespräch nicht auf den Toleranzbegriff des Islams zu sprechen.

In der Koran-Sure 109 heißt es: „Und ich will nicht verehren, was ihr verehrt. Noch wollt ihr das verehren, was ich verehre. Euch euer Glaube und mir mein Glaube.“ Mit dem letzten Satz kann man sich nicht besser zur Toleranz bekennen.

 

 

Thema Liechtensteiner organisierte Millionärs-Verbrecher-Bande

 

Anstatt die Bundesluftwaffen-Tornados über Afghanistan fliegen zu lassen, sollen sie täglich über die zwanzig Kilometer Liechtenstein donnern und dem Fürstchen-Würstchen Prinz Hans zum einen unseren Unwillen über seine Hehlertätigkeit zum Ausdruck bringen und zweitens mit ihren Präzisionskameras die Leistungsträger (das sind Leute, die glauben, es sich leisten zu können, ihre Millionen nach Liechtenstein tragen zu können, wie weiland auch die CDU-Kofferträger der Zaunkönig-Stiftung um Law and Order Mann Kanther) erkennungsdienstlich zu behandeln.

Das meint Joachim Franz, der nur noch mit Satire reagieren kann.

 

 

Wider das Beschweigen des Afghanistan-Abenteuers

 

Studiert man die bundesrepublikanischen Medien, bekommt man in diesen Tagen den Eindruck, dass wir überhaupt nicht in den Afghanistan-Krieg verwickelt sind. Hier zeigt sich die meisterhafte Kunst des Beschweigens, an der alle von den Rundfunk- und Fernsehstationen bis zur kleinsten Provinzzeitung mitmachen. 

Wer denkt denn überhaupt noch daran, dass während wir hier den Karnevalszügen zuschauen, Tornados der Bundesluftwaffe über afghanische Dörfer täglich im Tiefflug hinweg donnern, mit ihren Präzisionskameras Fotos schießen, die dann den Weg zu der US-Bomberflotte finden. Bald darauf sterben Dorfbewohner, Greise, Kinder und Frauen unter den Splitterbomben der US-Aggressoren. Weil man diesen Vorgang beschweigt, braucht man auch nicht erklären, warum es sich dabei um Friedensaufbau-Arbeit der Bundeswehr handelt.

Beschwiegen wird auch, dass am 13. Februar 2008 Giovanni Pezzulo ein Offizier der italienischen Truppen nahe Kabul im Namen der „Aufbauarbeit“ sterben musste. Eine Mailänder Zeitung schrieb, der Todesfall Pezzulos, gejagt und erledigt von den Einheimischen, zeigt, die Schwierigkeit, sich unter der zivilen Bevölkerung zu bewegen. Eine Erfahrung, die die sowjetischen Truppen Breschnews vor 25 Jahren, als sie die gottlose Regierung Nasibullas, den nur so vor Religion glühenden Afghanen aufzwingen wollte, auch schon machen mussten.

Würde der Tod Pezzulos nicht in den deutschen Medien beschwiegen werden, würde die Ablehnung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung das deutsche Militär-Abenteuer am Hindukusch auszuweiten noch weiter gestärkt werden. So kann die Berliner Regierung hinter dem Rücken der Bevölkerung weiter Krieg spielen. Giovanni Pezzulo irrte durch die Wüsten bei Kabul, um den Amerikanern zu helfen, Rache für den 11.9.2001 zu nehmen.

Aus pazifistischen Kreisen wird der Anfangsverdacht ventiliert, eine Menge Bundestagsabgeordneter würde auf der Berater-Honorar-Liste deutscher Rüstungskonzerne stehen, mit dem Auftrag, im Bundestag für Kriegsausweitung zu stimmen.            J.F. - Nachdruck honorarfrei, Beleg- und

Quellenangebe erbeten.

 

 

Ratzinger vor 40 Jahren I

 

Jetzt holte unseren deutschen Papst („Wir  alle sind Papst, BILD) ein Zitat ein aus einem Aufsatz, den er vor 40 Jahren geschrieben hatte. Wegen diesem Zitat erzwangen Professoren und Studenten der römischen Universität La Sapienza, dass der Papst einen geplanten Vortrag in der Universität nicht halten konnte. Das ausgegrabene Zitat lautet sinngemäß,  Anno Domini 1633 hätte der Heilige Stuhl richtig geurteilt, Galileis Lehren zu verbieten und den berühmtesten Physiker seinerzeit in den Kerker zu werfen, weil sonst das soziale Gefüge der damaligen Zeit Schaden genommen hätte. Das war der italienischen akademischen Elite zu viel: 67 Professoren unterschrieben einen Protestbrief und temperamentvolle Studenten besetzten das Rektorat. Die italienischen Bischöfe kommen dem Papst zu Hilfe und beklagen Zensur. Witzig nur, es geht um einen Fall, in dem die Katholische Kirche wissenschaftliche Theorien zensierte.

 

 

Ratzinger vor 40 Jahren II

 

Vor 40 Jahren schrieb Ratzinger über den Forscher Galileo, die Verurteilung der „Die-Erde-bewegt-sich-doch“-Theorie durch den damaligen Papst sei berechtigt gewesen, ja sogar notwendig, um den Zusammenhalt der damaligen Gesellschaftsordnung nicht zu beschädigen.

Im Januar diesen Jahres nahm die wissenschaftliche Welt dafür Rache.  67 römische Professoren und eine noch größere Zahl von Studenten erklärten den Papstbesuch Benedikts XVI., früherer Name „Ratzinger“, zur Eröffnung des Akademischen Jahres an ihrer Universität wegen seines damaligen Angriffes auf die moderne Welt, als unerwünscht.

Benedikt XVI. verzichtete darauf, seinen Besuch der Universität La Sapienza mit Polizeikräften durchzusetzen. Die italienischen Bischöfe verunglimpften die Wissenschaftler und Studenten.

Das ließ die intellektuelle Welt von Palermo bis Venedig nicht auf sich sitzen. Am 4. Februar erklärten sich 1463 angesehene Professoren, darunter Juristen, Philosophen, Physiker, Historiker und Mathematiker, solidarisch mit den Studneten und höhnten auf Latein: „Nuntio vobis gaudium magnum: NON habemus papam.“ (Ich verkünde euch große Freude: Wir haben NICHT den Papst bei uns.)

Mal sehen, zu was jetzt die italienischen Bischöfe ausholen …. .

 

 

Das Allerletzte von Ratzinger

 

In der Karfreitags-Liturgie der Katholischen Kirche hat Ratzinger jetzt letzte Hand an eine mit dem Judentum ausgehandelte Neufassung gelegt, die aber eine "Verschlimmbesserung" ist. Darin heißt es: Die Katholiken sollen für die Juden beten, auf dass sie „zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ und „ganz Israel gerettet wird.“

Freilich war vorher die Rede von der „Verblendung jenes Volkes“, das aus seiner „Finsternis entrissen“ werden müsse. Darin kann man keinen Sinneswandel der Katholischen Kirche sehen.

 

 

 

 

 

Die folgende Erklärung wurde vom Arzt Pierre Micheletti (Vorsitzender der Hilfsorganisation „Médecins du monde“ („Ärzte für die Welt“)) abgegeben, und wurde in der französischen Tageszeitung "Le Monde" am 31.01.2008 veröffentlicht:

 

 

Europa soll Druck ausüben gegen das israelische Embargo

 

Von Pierre Micheletti und Marie Rajablat

Le Monde, 29.01.2008, 15.27 Uhr

Mehreren Tausend Gefangenen ist die Flucht aus einem palästinensischen Gefängnis am Mittwoch, den 23. Januar, gelungen. Die Geflüchteten, Männer, Frauen und Kinder, haben sich durch eine Bresche gedrängt, die durch einen Sprengstoff in der südlichen Umgebungs-Mauer geschlagen wurde. Bei der Mehrzahl der Geflohenen handelt es sich um „politische Gefangene“, die dort gewohnt haben, was heutzutage das größte Strafgefangenenlage der Welt darstellt, da dort auf einem Streifen von 40 km x 10 km 1,4 Millionen untergebracht sind. Dieses Territorium wird durch eine Umgebung gekennzeichnet, wo die Waffen überall gegenwärtig sind, wo die Fatah und die Hamas sich gegenseitig die Macht streitig machen, während ein Großteil ihrer Anführer im Gefängnis sitzen. Die religiöse Frage wird dort radikalisiert, zur selben Zeit, da die arabisch-muselmanische Welt die Palästina-Frage zum Heiligtum erhebt, um sie zum emblematischen Schauplatz seiner Konflikte mit dem Westen zu machen.

Das ist das große Freiluft-Gefängnis von Gaza. Die Bevölkerung sitzt dort eine Kollektivstrafe ab, mit der Begründung, dass sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Hamas entwickelt hat. Infolge des Sieges dieser Partei bei den Wahlen vom Februar 2006 wurde ein Finanz- und Wirtschafts-Embargo verhängt. Die Gaza-Bevölkerung war das erste Opfer der Beschränkungen, die seitdem in Gang gesetzt wurden. Die Europäische Union, ist, als Teil des Nahost-Quartetts (Russland, Vereinte Nationen, USA und EU), zusammen mit Israel einer der Gefängniswärter.

Im Sommer 2006 hatte „Médecins du monde“ (Ärzte der Welt) einen Bericht veröffentlicht, der von zwei Umfragen ausging, die vor Ort durchgeführt wurden, die die Schwierigkeiten beim Zugang zum Wasser, zur Nahrung und medizinischer Versorgung aufzeigten. Er beschrieb insbesondere die Allgegenwart der psychologischen Probleme und Depressionen der Einwohner. Wir bestehen auf der Notwendigkeit, dieser Bevölkerung Sicherheiten zu geben, um ihr so zu erlauben, wieder Hoffnung zu schöpfen, und ihr nicht als einzige Lösung die Spirale der Gewalt zu lassen.

Seither hat sich nichts verbessert, im Gegenteil. Der Gazastreifen versinkt im Chaos. Vor Ort sind unsere Teams Zeugen der Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Bei einer Liste von 400 Medikamenten – darunter Antibiotika und Narkosemittel, Mittel gegen Diabetes und Psychopharmaka. Biologie-Laboratorien können wegen fehlenden Reagenzmitteln nicht funktionieren. Krankenhäuser sind nicht ausreichend und dauerhaft mit Elektrizität versorgt.

Das Angebot von allgemein-medizinischen Dienstleistungen ist betroffen. Medizinische Erstversorgungszentren sehen sich gezwungen, einige ihrer Aktivitäten – mangels Medikamenten - zu unterbrechen, wie etwa Impfungen oder Behandlung von chronischen Krankheiten. Von 4000 Anträgen auf Genehmigung von medizinischen Versorgungseinrichtungen außerhalb von Gaza wurden 713 abgelehnt, 62 Patienten sind seit Juni 2007 aufgrund der fehlenden medizinischen Versorgung gestorben. Die Preise für Grundnahrungsmittel explodieren. Der Preis für Brot und Mehl ist so um 60 % in sechs Monaten gestiegen.

 

DAMIT DIE VERLOGENHEIT AUFHÖRT

Das Kerker-Universum, in dem die Gaza-Bevölkerung schon zu lange lebt, ist nicht mehr akzeptabel. Noch ist es aber möglich, zu verhindern, dass hier die Lage umkippt und die Gewalt ausbricht. Wir sind berechtigt zu glauben, dass die internationale Meinung in den letzten Tagen dahin geht, das Ende der Blockade einzuläuten. Zahlreiche Vereine organisieren sich in Israel und in den USA, um dem hartnäckigen Blockade-System Widerstand zu leisten. Es wäre nur gerecht, wenn wir in Europa dasselbe täten. Lasst uns auf unsere gewählten Vertreter und Diplomaten einwirken, damit die gegenwärtige Verlogenheit aufhört.

Europa kann auf die israelische Regierung Druck ausüben, um die Wiederherstellung des gesamten wirtschaftlichen und finanziellen Verkehrs zu erreichen, welcher vor dem Embargo seit 2006 herrschte. Die EU kann einen direkten Dialog mit den Vertretern der Hamas in Gang setzen, einen Dialog, auf dem die ganze Hoffnung auf Entwicklung von Positionen dieser Partei ruht. Die EU könnte auch über das Ende der Raketenabschüsse auf den Norden Israels verhandeln. Diese Raketen nähren den Schrecken der zivilen Bevölkerung dieses Landes und erlauben es Israel, ihre gegenwärtige Strategie zu rechtfertigen.

Was bedeutet denn diese europäische Diplomatie, wenn sie sich das Zusammentreffen und die Diskussion verbietet? Viele Staatsformen mit ekelhaften Methoden sind Gegenstand einer pragmatischeren Behandlung. Der Wille zum Zugang und zur Unterstützung für die Zivilbevölkerung hat dann Priorität. Nach vielen Stunden Flucht nach Ägypten sind viele Geflohene von Rafah mit dringend nötigen Versorgungsmitteln zu ihrer Festungshaft zurückgekehrt.

Pierre Micheletti, Präsident von „Médecins zu monde – France“ („Ärzte für die Welt“)

Marie Rajablat, Beauftragte für die Programme von „Ärzte für die Welt“ in den palästinensischen Gebieten

Übersetzung von Inge Franz, Magister Artium  

 

       

An die Hindukuschler

 

Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten, die in Berlin - in Bonn wäre das nicht passiert - für den Einsatz der Bundeswehr an der Seite der Truppen des Kriegsverbrecher Bush in Afghanistan gestimmt haben, sie werden im Volksmund spöttisch "die Hindukuschler genannt, weil angeblich wir dort statt der Ölinteressen der USA im Nahen Osten unsere Sicherheit verteidigen (So etwa SPD-Fraktionschef Struck), sollte sorgfältig die Denkschrift der Evangelischen Kirche lesen und beherzigen. Sie wurde herausgegeben als Taschenbuch für Euro 5.95 vom Gütersloher Verlagshaus unter der ISBN-Nummer 978-3-579-02387-8. Dort heißt es auf Seite 124 ab letzter Zeile: "Auch neue Herausforderungen wie der internationale Terrorismus (wohl teilweise Befreiungsbewegung- Anmerkung der Redaktion) rechtfertigen keine Wiedebelebung der Lehre vom "gerechten Krieg".

 

 

Die Bundeswehr bringt Folter und Tod nach Afghanistan

 

Die vom Kriegsverbrecher G. W. Bush nach Afghanistan gesandten Banden, zu denen auch weitere Länder mit ihren Jungs beisteuern, werden immer stärker dafür kritisiert, dass ihren völkerrechtswidrigen Aktivitäten immer mehr Frauen und Kinder zum Opfer fallen. Nach UNO-Berichten in 2007 allein 300 Opfer. In dieser Woche wurden von den Besatzern, die sich teilweise penetrant als Aufbauhelfer tarnen, eine bundesdeutsche Spezialität, Granaten in ein Haus unter dem Vorwand des Kampfes gegen Taliban geschossen - an sich schon eine feige Untat - , mit dem schrecklichen Resultat, dass man unter den Trümmern sechs getötete Kinder und eine Frau, vermutlich die Mutter, fand.

Außerdem entnimmt man Spiegel-online, dass die fremden Truppen Gefangene zum Foltern der Karsai-Verwaltung übergeben würden, das würden auch Deutsche Einheiten es so halten.

Wir müssen feststellen, nicht Aufbau und Menschenrechte werden nach Afghanistan gebracht, sondern Folter und Tod. Da kann uns die Berliner Lügenbande, spöttisch im Volksmund die Hindukuschler genannt, noch soviel von einer edlen Mission vorschwindeln.

 

 

Frankfurter Rundschau Watch

 

Als 10- Jähriger las ich schon im ersten Jahrgang der FR. Später als Student war ich als freier Mitarbeiter dabei. Mit dem unvergessenen Publizisten Herrmann Flach, damals bis zu seinem zu frühen Tod leitend bei der FR tätig, agitierte meine Gruppe gegen die Notstandsgesetze. Die Räume der FR sahen wir quasi als unsere Propaganda-Zentrale an. Mit den Parteisoldaten  der Frankfurter SPD meckerte ich später gegen Göpferts Polemik gegen die Partei Willi Brandts. Mit Sorge sehen viele meiner Bekannten und ich die Boulevardisierung der FR. Das heißt uns eingreifen. Wir richten jetzt eine „ FR Watch“ ein. Wer Jahrzehnte mit der FR gelebt hat, hat mindestens soviel Eigentumsrecht wie ein erst vor ein paar Wochen frisch gebackener neuer Eigentümer. Lesebriefe müssten ja erst einmal an dem wachsamen Auge der FR-Redaktion vorbei.

Als Auftakt unserer Bemühung hier die Kritik an Avi Primors Kommentar “Der Herren des Iran“ auf  Seite 13, der FR-Ausgabe vom 1.11.2007: Primor verkündete da sein Rezept, wie der Iran zermürbt werden muss. Das kann der FR-Leser ja zur Kenntnis nehmen. Schade aber ist, wenn Primor in der FR verschweigen darf, warum der Krieg 1980 zwischen dem Irak und dem Iran ausbracht. Herr Primor. Bitte nicht nur: “Er (der Krieg) brach aus.“

Die USA und ganz sicher auch Israel hetzten den mit Giftgas, von Deutschen geliefert, ausgestatteten Strolch Saddam Hussein auf die persische Theokratie. Geschmacklos ist in diesem Zusammenhang auch von persischen „Hitlerjungen“  Herrn Primor von „persischen „Hitlerjungen „ faseln zu lassen. Tatsache ist, dass der Iran seiner Unterjochung unter den Strolch Saddam Hussein, kürzlich hingerichtet, mit einer Million Toten auf seiner Seite verhindern musste.

Solchen Zusammenhang reichen wir hiermit unseren anderen FR-Mitlesern nach.

FR-Watch, c/o Joachim Franz, Tel:06192/910660, e–mail: joachim.franzza@gmx.de

 

 

Palästinenser sollen wieder einmal

 enteignet werden

 

Die Enteignungsbefehle liegen bereits bei den israelischen Generälen in den Kasernen unterzeichnet vor. Bald könnte es los gehen mit der Enteignung von 1.1 Millionen Quadratmetern Landes, dass Israel völkerrechtswidrig von vier Palästinenserdörfern konfiszieren will.

Israel will dieses Land angeblich für einen Autobahnstreifen mit Umzäunung oder Ummauerung vom palästinensischen Ostjerusalem zu der Casinostadt Jericho. Damit wird der armselige Fetzen Land, der den Palästinensern noch blieb, erneut durchschnitten. Und Israel setzt seinen schäbigen Plan der Kantonisierung des Araberstaates weiter fort.

Die Bundesrepublik schweigt zu diesem Vorhaben, während Frankreich Protest erhebt. Israel-Verbündeter Washington lässt vom Potomac eine laue Anfrage an Tel Aviv richten und bittet scheinheilig mal erst um „Auskunft“ über die neuerliche Annexion.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung vom 11. Oktober 2007, Seite 2

 

 

Spaniens Vergangenheitsbewältigung

 

In Deutschland ist das Zeigen von Nazi-Symbolen per Gesetz strikt verboten. In Spanien können bis heute die faschistischen Insignien an Gebäuden frei gezeigt werden. Damit soll nun Schluss sein. Denn so sieht es die sozialistische Regierung in Madrid vor. Sie legte kürzlich ein Gesetz vor, dem gemäß Faschistenzeichen und Ehrentafeln für den Diktator und Hitlerfreund Franco und seine Anhänger entfernt werden müssen. Unklar ist, ob im Gesetz auch die tief in den Faschismus verstrickte Katholische Kirche auch derlei unappetitliche Wandsprüche aus ihren Gotteshäusern entfernen muss.

Da könnte Papst Benedikt, der für seine Kirche aus eigenem Erleben den Strich zum Hitlerfaschismus klar gezogen hat, einen Wink an die spanische Bischofskonferenz geben, ihre trotzige Nähe zum Faschismus zu beenden.

Man muss sich mal vorstellen, in Deutschland würden an Behörden, Schulen und Kirchen noch Hakenkreuze und Führerreliefs hängen.

Quelle: Neue Züricher Zeitung vom 20. Oktober 2007, Seite 1

 

 

 25 Kilometer südlich von Saarbrücken: Smartville

 

1997, also vor fast genau zehn Jahren wurde in Hambach, Lothringen eines der modernsten Automobilwerke der Welt eingeweiht. Es wurde für rund 450 Mio. € erbaut und begann 1998 zu produzieren. Damals wie heute wird auf dem 137.000 Quadratmeter großen Gelände der Smart produziert. In den 22 Gebäuden des Werks wird seit Anfang des Jahres die zweite Generation des Smart fortwo gebaut. Dabei werden ca. 90 % der Produktionsschritte von so genannten Zuliefererfirmen erbracht. Diese Firmen sind fast alle auf dem Hambacher Werksgelände, das auch Smartville genannt wird, untergebracht. Durch die räumliche Nähe der Zulieferer muss so gut wie kein Lagerplatz vorhanden sein. Alles wird just-in-time geliefert. Die acht Firmen, die auf dem Gelände ansässig sind, haben insgesamt rund 1650 Mitarbeiter. Immerhin 75% der Beschäftigten waren vor ihrer Anstellung bei Smart arbeitslos. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-Betrieb.

In Zukunft soll der Smart auch den amerikanischen Markt erobern. Deshalb ist die neue Generation des Smart fortwo ungefähr 20 Zentimeter länger als die alte. Grundsätzlich tut sich der Smart wirtschaftlich aber weiterhin schwer, obwohl der Smart in 37 Ländern verkauft wird. Die zur Daimler AG zugehörige Marke wurde zunächst zu einem Mehrproduktunternehmen ausgebaut, doch inzwischen fand man zu einer Einprodukt-Unternehmensphilosophie zurück.

                                             

 

Zum Fußballerfolg von Shanghai

 

von Shermin Duman

Hätte ich in der Schule nicht im Alter von fünfzehn Jahren selbst gekickt, könnte ich den Erfolg unserer Heldinnen um Birgit Prinz gar nicht so toll mitfeiern. Jetzt erst erfuhr ich, der Deutsche Fußball-Bund habe noch vor nicht gar so langer Zeit strikt etwas dagegen gehabt, dass in seinen Reihen Frauen um Tore über den Rasen jagen. Als zum Empfang Bundestrainer Löw zur Lufthansa-Maschine kam, als sie mit den Weltmeisterinnen in Frankfurt landete, war diese Schmach der Nichtanerkennung ausgelöscht. Endlich sieht man(n) nach den Sportlerinnen nicht nur, ob sie Holz vor der Hütten haben, sondern erkennt, wenn man(n)cherorts auch (noch) widerwillig an, dass sich unsere Fußballerinnen gegen die stark aufspielenden Brasilianerinnen mit Taktik und Teamfähigkeit durchsetzen konnten. Das alles in jedem Fall auch ein kräftiger Seitenhieb auf Pressestimmen, die noch Sexismus drauf haben, wie besonders die aus dem Macho-Land Italien und Spanien.

 

 

Blick auf den Enkel der Farbwerke

 

Die Stadtteile und Gemeinden um Frankfurt–Höchst hängen seit Jahrzehnten generationenübergreifend vom Wohl und Wehe des Chemie- und Pharma– Standortes dort ab. Die „Rotfabrik“ war seit 1863, dem Gründungsjahr, immer im Mittelpunkt des Interesses. Nach dem Aufgehen der Farbwerke-Hoechst AG, später Aventis AG, im französischen Sanofi–Konzern blieb als Erinnerungsposten der Industriepark unter Verwaltung der Infraserv GmbH, die selbst an der Produktion nicht mehr teilnimmt. Stattdessen bietet sie Serviceleistungen, wie Werksfeuerwehr und Energieversorgung, für den Industriepark.

Aber die Pharmaproduktion ist über Sanofi–Aventis, die an Infraserv  mit mehr als einer Sperrminorität beteiligt ist, produziert noch über den deutschen Arm des in Straßburg ansässigen Konzerns weiterhin in Höchst, wie beispielsweise das weltbekannte Diabetismittel auf Genbasis.

Von Interesse sollte deshalb ein Blick auf die zum 30.Juni 2007 veröffentlichten Geschäftszahlen der Sanofi–Aventis sein. Dieser Blick enttäuscht allerdings. Der weltweit Branchendritte weist einen geringeren Gewinn auf. Der Nettogewinn für die erste Hälfte 2007 fiel auf. 3.795.000.000 €, während er im 1. Halbjahr 2006 3.964.000.000 € betrug.  Auf dieses Zahlen hin fiel an der Pariser Börse die Aktie umgehend um 4,5 Prozent. Vor einem Jahr musste man für eine Sanofi-Aventis Aktie immerhin noch 78 Euro zahlen, Verlust bis heute mehr als 20 Prozent.

Einer der Gründe dieser negativen Entwicklung: Accomplia, ein Mittel gegen Fettleibigkeit, geschätztes Verkaufspotential mehrere Milliarden Euro, erhielt keine Zulassung in den USA – vermutlich, weil die dortige Konkurrenz über ihre Lobby in Washington D.C. am schönen Potomac Sand ins Getriebe der Zulassungsbehörde streute – so zog Sanofi-Aventis (vorläufig) ihren Zulassungsantrag zurück. In Deutschland ersetzen die Krankenkassen Accomplia, das aber in weiteren 41 Staaten zugelassen ist, den Patienten nicht. Accomplia hat im Zeitraum 1.Januar bis 30.Juni 2007 aber erst mickrige  37.000.000 Euro Umsatz gemacht, wie die Börsen-Zeitung am 2. August 2007 mitteilte.                                                                                 Joachim Franz

 

                                                                                                                   

Bazillen aus US-Labor

 

Als Aids vor 20 Jahren die Welt erschütterte, kam die wiewohl nie exakt nachgewiesene These auf, der todbringenden Virus sei einem US-Biowaffenlabor fahrlässig oder planmäßig entsprungen. Jetzt wird aus dem US-Staat Texas gemeldet: mehrfach wurden Labormitarbeiter, die an Bio-Waffen forschen mit schrecklichen Krankheiten infiziert, an denen teuflische Gehirne zum Einsatz in Kriegen basteln. Was schlimmer ist: Die Forschungsleiter des schrecklichen Labors des A&M Instituts in der Nachbarschaft des texanischen Houston hatten monatelang versucht die Vorfälle zu vertuschen, bis die Sache aufflog. Insbesondere wurde die Ansteckung von drei Wissenschaftlern mit den gefährlichen Coxiella-Bakterien verschwiegen, das das gefürchtete Q-Fieber auslöst.

Quelle: "Süddeutsche Zeitung" vom 5. Juli 2007, Seite 16

 

 

FAZ- und BILD-Watch

 

Vor einigen Tagen begannen wir einen kritischen Blick auf das FAZ-Klugkopf und das BILD-Blut-Blatt zu werfen. Inzwischen hat die FAZ wieder viel Unsinn, Gehässiges und Arrogantes geschrieben. Werfern wir heute einen Blick auf einen großen Meinungsartikel auf Seite 1 vom 3. Juli 2007 mit immerhin 160 Zeilen. Der Titel: „Neue Angst vor China und Russland.“

Da wollen wir mal sehen, will Holger Steltzner, der Autor Angst vor China und Russland beim Leser abbauen oder aufputschen? Sehen wir uns den ersten Satz an. Da heißt es: „ China greift nach Afrikas Bodenschätzen.“ Also, Herr Steltzner, offenbar irgendwie ein verbotener Griff. Fakt ist, für seine wachsende Wirtschaft braucht halt China vermehrte Zufuhr von Rohstoffen. Soll etwa China erst bei Ihnen, Herr Steltzner von der FAZ nachfragen, ob es Kupfer aus Chile oder Erdöl aus dem Iran oder dem Sudan ankaufen darf? Ein paar Zeilen weiter fühlt sich Steltzner bemüßigt, Hessens Ministerpräsidenten Koch ins Spiel zu bringen. Steltzner macht uns mit der Drohung gegen Russland und China bekannt. Koch soll geäußert haben Staatsunternehmen aus Russland und China nicht die wichtigsten Spieler im Weltmarkt werden dürfen. Nun Herr Steltzner, erklären Sie uns doch mal, wie sich das vielleicht Roland Koch denkt.

Da kann man wohl darauf tippen, Tornados nicht nur mit Kameras zum Ausbaldowern von Bergdörfern in Afghanistan für die bombardierfreudige US-Airforce, sondern mit Splitterbomben auf Peking losfliegen zu lassen. Und dann zusammen mit dem Struck von der SPD Großkoalitionär dummfrech zu behaupten, die Sicherheit Deutschlands am Yangtse und in Peking verteidigen zu müssen.

 

 

Bildungsfonds Joachim Franz

„Förderung von Lesen, Schreiben und Rechnen“

geht an den Start

 

Zeilsheim – Beim Festakt anlässlich seines 70. Geburtstags hat Joachim Franz, Verleger und Herausgeber des “Zeilsheimer Anzeiger“, den von ihm gegründeten Bildungsfonds „Förderung von Lesen, Schreiben und Rechnen“ vorgestellt.

„Statt mir eventuell zugedachter Geschenke zum Geburtstag würde ich mich über eine finanzielle Zuwendung für den Bildungsfonds freuen“, schrieb Joachim Franz in seiner Einladung zum Empfang seines 70. Geburtstags.

Mit dankbarer Freude registrierte Franz den ansehnlichen Betrag für den von ihm gegründeten Bildungsfonds, dessen Erlös nachhilfebedürftigen Schülerinnen und Schülern aus Zeilsheim zugute kommen soll. Hintergrund seines Engagements für diese Kinder aus Zeilsheim sei, so Franz, dass er selbst in der wirren Nachkriegszeit, als auch im Schulbetrieb alles drunter und drüber ging und es im damaligen noch in Zonen eingeteilten Deutschland kein geregeltes, einheitliches Schulsystem gab, dank Nachhilfeunterricht eine Klasse überspringen konnte.

Und nun beginnt die Praxis in Zeilsheim. Joachim Franz hatte in seiner Zeitung „Zeilsheimer Anzeiger“ an Schülerinnen und Schüler appelliert, sich bei ihm zu melden, wenn sie – selbstverständlich gegen Bezahlung aus dem Bildungsfonds – Nachhilfeunterricht geben möchten.

Daraufhin haben sich inzwischen 10 Schülerinnen gemeldet. Eine erste Zusammenkunft mit Joachim Franz und den Schülerinnen fand zwischenzeitlich in der Volksbank Höchst in Zeilsheim statt, die freundlicherweise ihre Räumlichkeiten zu diesem Gespräch zur Verfügung gestellt hat. (Auch Manfred Ruhs, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Höchst, hat das Bildungsvorhaben von Joachim Franz finanziell und ideell unterstützt.).

(Kleine Anmerkung am Rande: Auf die Anzeige von Joachim Franz, in der Schülerinnen und Schüler zum Nachhilfeunterricht gesucht wurden, meldeten sich „nur“ Mädchen. Augenzwinkernd könnte man feststellen, dass dies zur Titelgeschichte vom „Spiegel“ in dieser Woche haargenau passt, denn diese Geschichte handelt von sog. Alpha-Mädchen, die die Jungen zu überholen scheinen.) ir

 

 

 Kunst des Beschweigens

 

Die Medienwelt zeichnet sich dadurch aus, dass sie laufend schwatzhafter wird. Eine Flut von Informationen ergießt sich über den verdutzten Nutzer von Print- und Elektronikmedien. Der Aufguss ist so stark und heftig, dass man gar nicht merkt, wie bestimmte Themen systematisch und beharrlich beschwiegen werden. Zu zwei der meist beschwiegenen Themen gehört die von Israel auf Palästinenser-Boden in Annexionsabsicht widerrechtlich errichtete acht Meter hohen und über 300 Kilometer langen Betonmauer, eines der menschenverachtendsten Bauwerke, die die Weltgeschichte gesehen hat –  aber seit Jahren meisterhaft beschwiegen.

Gut beschwiegen wird auch das März-Bombadement des Jahres 2007, mit dem die von Bush in den Irak geschickten Invasoren in wenigen Tagen mehr als 30.000 Zivilisten, Frauen, Männer, Greise und Kinder aus der Luft hinmordeten.

Der englische Nobel-Preisträger für Literatur Harold Pinter nannte diesen Völkermord anlässlich seiner Rede zum Empfang des Preises einen terroristischen Akt. Jetzt wird auch Harold Pinter beschwiegen.

 

 

Das Blut- und das

 Klugkopfblatt unter Beobachtung 

 

Allgemein werden „Bild-Zeitung“ und „Frankfurter Allgemeine“ als die absoluten Gegensätze in der Medienlandschaft gesehen. Unsere Reihe „Bild & FAZ-Watch“ wird nachweisen, dass beide Medien aus dem gleichen Holz geschnitzt sind: Halbwahrheiten auftischen und gnadenlos die Vorurteile ihres jeweiligen Leserkreises bedienen.

Zunächst ein kleines harmloses Beispiel über die FAZ. Anfang Mai berichtete das Blatt, das auch schon mal betuliche Tante genannt wurde, über eine Auseinandersetzung in Rom zwischen Vatikan und Prodi-Anhängern aus Anlass des 1. Mais. Wegen den Ansprüchen des Vatikans, die Gesetzgebung Prodis in Sachen Homo-Ehe und Abtreibung zu bestimmen, hatten Redner und Künstler solche Ansprüche kritisiert. O-Ton am 1. Mai auf einer Kundgebung in Rom: „Die katholische Kirche müsse sich mit sich selbst befassen, sie habe Diktator Franco ein Begräbnis ausgerichtet, nicht aber einen Schwerkranken, der die Abstellung der Maschinen verfügt habe, die für ihn – er heißt Welby – auf einer Intensivstation ein für ihn unerträgliches Leben bedeutete. Welbys Freitod nahm die italienische Kirche als Anlass. Ihm ein Begräbnis zu verweigern.

Nun zurück zur FAZ. Sie berichtete über diese Auseinandersetzung Kirche/ Prodi-Parteigängern, ließ aber weg, den Vorwurf, die Kirche hätte dem 10.000-fachen Mörder Franco ein Begräbnis gewährt.

Wollte die FAZ den den deutschen Konservativen von der Erinnerung an den Schurken Franco und die deutsche Unterstützung durch die Legion Condor ersparen? Wie dem auch sei. Die FAZ hat dem Leser etwas sehr Wesentliches vorenthalten.

 

Widerstand gegen Pharma-Marketing-Methoden

 

KV Hessen und AOK Hessen wollen Qualität der medikamentösen Versorgung verbessern

Gemeinsame Pressemitteilung von KV Hessen und AOK Hessen

(16.02.07) Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV Hessen) und die AOK Hessen haben heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Frankfurt die nächsten Schritte des seit Herbst 2006 laufenden Projekts zum Arzneimittelmanagement vorgestellt. Ziel der in Deutschland ein-maligen Kampagne ist es, die Versorgungsqualität der Versicherten in Hessen dadurch zu steigern, dass Ärzte und Patienten industrieunabhängig über Arzneimittel informiert werden. Das Bedürfnis hierfür ist bei Ärzten und Patienten nachweislich vorhanden.
Für Dr. med. Gerd W. Zimmermann, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen, steht die objektive Information der hessischen Ärzte über Arzneimittel im Vordergrund: „Nur mit industrieunabhängigen Informationen ermöglichen wir es unseren Mitgliedern, dem immensen Marketingdruck der Pharmaindustrie wirksame Argumente entgegen zu setzen. Dann ist ein Arzt auch in der Lage, sein Verordnungsverhalten zu verändern und gemeinsam mit dem Patient die beste Therapie festzulegen.“ Die mitunter fragwürdigen Vertriebsmethoden von Pharma-Vertretern führen nicht selten dazu, dass die behauptete Wirkung eines neuen Präparates um einiges höher ausfällt als sie es tatsächlich aufgrund von Studien ist. Das bestätigt auch Peter Litzinger von der AOK Hessen: „Patienten und Ärzten werden häufig Vorteile suggeriert, die sich lediglich aus der einseitigen Interpretation von Studien ergeben. Doch nicht jedes Präparat, das vom Hersteller als Innovation teuer verkauft wird, wirkt tatsächlich besser.“ Gemeinsam wolle man des-halb über den Einfluss der Pharma-Industrie aufklären. Ärzte sollen dazu befähigt werden, Aussagen der Industrie in Frage zu stellen und kritisch zu begegnen. Dr. Zimmermann stellt auch klar, dass es bei dem Projekt nicht darum geht, Pharmavertreter zu „unerwünschten Personen“ in Hessens Praxen zu machen. Vielmehr sollen die besser informierten Ärzte den Pharmavertretern „auf Augenhöhe“ begegnen und ihr eigenes Verordnungsverhalten angemessen reflektieren können.
Beide Kooperationspartner stellten anlässlich der Pressekonferenz die Ergebnisse von Befragungen hessischer Ärzte und AOK-Versicherter vor. Das Ergebnis ist eindeutig: Beide Gruppen wünschen sich mehr unabhängige Informationen über Arzneimittel. In abgestimmten Mailings werden Ärzte und Versicherte über unterschiedliche Erkrankungen sowie medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren informiert. Außerdem wurde der erste Teil einer Audio-Akademie vorgestellt. Das Hörbuch „Pharmamarketing“ vermittelt auf innovative Weise, welche ausgefeilten Strategien

hinter den Besuchen stecken.

 

 

So wurde die

Zigarettenindustrie kriminell

 

Anfang April bringt der kämpferisch engagierte Verlag „Zweitausendeins“ von Michael Adams als Herausgeber ein Buch heraus, das bis jetzt erst noch nur einen Arbeitstitel hat: Der Anfang vom Ende der Zigarettenindustrie.

Es befasst sich mit den eigentlich unglaublichen Ergebnissen der Senatsanhörungen in Washington, die in monatlichen Verhören herausfanden, wie sich große Markenhersteller von Zigaretten zu einem Kartell zusammengeschlossen haben, das die Verbraucher über die Gefahren des Zigarettenrauchens systematisch täuscht, sie seit 50 Jahren die gesundheitlichen Risiken des Rauchens und auch des Passivrauchens kannten und trotzdem die Gefährlichkeit ihrer Zigaretten in Marketingkampagnen und durch gekaufte Wissenschaftler als eine noch „offene Frage“ darstellen ließen, wie sie durch die Beigabe von bis zu 600 Zusatzstoffen das Suchtpotenzial und die Gesundheitsschädlichkeit der Zigaretten im Vergleich zu naturbelassenem Tabak erheblich steigerten, wie sie die Light-Zigaretten entwickelten und so verhinderten, dass um ihre Gesundheit besorgte Raucher mit dem Rauchen aufhörten, obwohl die angeblich niedrigeren Teer- und Nikotinwerte irreführend und verharmlosend waren, da die Konsumenten den Rauch tiefer und länger einziehen, um an das suchtbedingt verlangte Nikotin zu gelangen, und sich durch dieses „Kompensationsrauchen“ eine wesentlich höhere Schadstoffbelastung einhandeln, und wie sie, entgegen eigenen Beteuerungen, mitWerbemaßnahmen Kinder und Jugendliche zu Rauchern machten. Zur Vertuschung ihrerMethoden und der Beweise ihrer internen Kenntnisse von Krankheit und Tod durch ihre Produkte betrieben Zigarettenfirmen weltweit mit großem Aufwand eine Dokumentenvernichtungspolitik. Die hier präsentierten Beweismittel und Gerichtsdokumente enthüllen in klarer und deutlicher Sprache das Einflussnetz, das Tabakfirmen mit Hilfe von Gesundheitsbeamten und Wissenschaftlern spannten, um ihre Geschäfte trotz schrecklicher Folgen für die Raucher betreiben zu können.